— Fallstudie · E-Commerce · DE / EN / TR

Yilmaz Souvenirs — vom Ladengeschäft zum skalierenden Online-Shop.

Ein 40 Jahre alter Familienbetrieb aus Bad Ischl verkaufte bis 2024 ausschließlich im Geschäft und telefonisch. Heute verschickt der Shop täglich in vier Länder, mit Echtzeit-Lagerbestand, Stripe-Checkout und einer Admin-Oberfläche, die der Eigentümer selbst bedient. So kam es dazu.

Kunde
Yilmaz Souvenirs
Branche
E-Commerce Einzelhandel
Projektdauer
11 Wochen Discovery → Launch
Livegang
März 2024
— Projekt auf einen Blick

Kurzfassung in drei Sätzen.

Für Leser, die keine Lust auf 12 Scrolls haben. Die Langversion steht weiter unten — inklusive Zahlen, Screenshots und O-Ton.

Problem

Kein Online-Verkauf, Bestellchaos am Telefon, kein Lager-Überblick.

Bestellungen liefen über Anrufe und WhatsApp. Der Lagerbestand war in einem Excel-Sheet, das selten aktuell war. Retouren wurden handschriftlich geführt.

Lösung

Individueller Shop mit Stripe, Echtzeit-Lager und Admin-Panel.

Next.js-Frontend, Spring-Boot-Backend, Postgres als einzige Wahrheit. Stripe für Karte/SEPA/Klarna. Admin-Oberfläche komplett in Deutsch.

Ergebnis

+187 % Umsatz im ersten Jahr, 99,98 % Uptime, 0 Oversell.

Shop ist seit 14 Monaten ohne Agenturhilfe in Betrieb. Inhaber pflegt Produkte selbstständig. Keine einzige Doppelverkauf-Reklamation.

— Die Ausgangslage

Drei Jahrzehnte Handwerk — und kein „Jetzt kaufen"-Button.

Yilmaz Souvenirs betreibt seit 1983 ein Geschäft in der Bad Ischler Innenstadt — handgemachte Objekte, oft aus eigener Werkstatt, teils von regionalen Handwerker:innen bezogen. Die Laufkundschaft war stabil, aber in den Sommermonaten mussten Touristen oft wegen ausverkaufter Stücke abziehen. „Können Sie das schicken?" war die häufigste Kundenfrage — und die schwerste zu beantworten.

„Wir wussten, wir verlieren Kunden, sobald sie die Tür verlassen — aber zehn Jahre lang hat uns jeder Agenturentwurf 40.000 € abverlangt, und keiner sprach unsere Sprache."

Vor unserem Projekt gab es keinen nennenswerten Online-Verkauf. Telefonbestellungen wurden in einem Kalender­buch notiert. Wenn zwei Kund:innen in derselben Stunde den letzten Artikel wollten, entschied die Reihenfolge der Anrufe. Lagerbestand? „Ich schaue mal nach" — und zehn Minuten später ein Rückruf.

Konkrete Schmerzpunkte

  • Bestellungen über Telefon, WhatsApp und E-Mail — verteilt über drei Kanäle ohne einheitliche Übersicht.
  • Lagerbestand in Excel, das höchstens alle zwei Tage aktualisiert wurde. Regelmäßige Doppelverkäufe.
  • Retouren handschriftlich im Kalender notiert. Keine Rückverfolgbarkeit.
  • Rechnungen wurden in Word getippt. Jede Sendung ins Ausland kostete ~20 Minuten Handarbeit.
  • Türkische Stammkundschaft wurde sprachlich nicht bedient — Website davor war nur deutsch.
— Unser Vorgehen

Vier Phasen, elf Wochen.

Kein Wasserfall, kein Sprint-Zirkus. Wir arbeiten mit klaren Meilensteinen und nachvollziehbaren Zwischenständen — damit der Kunde weiß, wofür er zahlt.

Discovery

Zwei Tage vor Ort.

Wir waren im Geschäft, haben Kunden beim Kauf beobachtet, mit der Inhaberin an der Kassa gestanden, die Excel-Datei durchgearbeitet. Kein Briefing-Deck, kein Fragebogen — nur zuhören.

Woche 1 · 2 Tage
Architektur

Skizzen, nicht Pitchdeck.

Datenmodell auf Papier entworfen — Produkte, Varianten, Bestände, Reservierungen. Admin-UX als Low-Fi-Wireframes. Technologieentscheidung: Next.js + Spring Boot + Postgres. Stripe statt PayPal-Gateway.

Woche 2–3 · 8 Tage
Inkrementeller Build

Alle zwei Wochen live.

Staging-Umgebung ab Tag 14. Die Inhaberin hat wöchentlich Produkte im Admin angelegt — lange vor Launch. Feedback floss in den Build zurück. Keine „Big Reveal" am Ende.

Woche 4–9 · 6 Wochen
Launch & Übergabe

Sanfter Start, dann Vollgas.

Soft-Launch mit 20 Produkten und DACH-Versand. Nach 7 Tagen ohne kritische Fehler → Türkei-Versand + TR-Sprache live. Zweitägiges Training für Inhaberin. Handover-Report, kein Versteck-Wissen.

Woche 10–11 · 10 Tage
— Ausgewählte Einblicke

So sieht es im Betrieb aus.

Shop-Front, Admin-Dashboard, Mobile-Checkout. Alles läuft seit 14 Monaten unverändert — kleine UX-Tweaks, aber keine grundlegenden Änderungen nötig.

shop.yilmaz-souvenirs.at
Handgemachtes aus Österreich.
Versand DE · AT · CH · TR
Alpen-Miniatur
€24,90
Wien-Edition
€38,00
Handgemacht
€19,50
Shop-Front · Produktkategorien, Sprachumschalter, Echtzeit-Lager-Anzeige
admin.yilmaz-souvenirs.at
Dashboard
heute · 23 Best.
€1.840 +14%
Umsatz heute
23
Bestellungen
7
Lagerwarnungen
#YIL-2418Müller, K.bezahlt
#YIL-2417Özdemir, A.offen
#YIL-2416Huber, M.bezahlt
#YIL-2415Steiner, J.bezahlt
Admin-Dashboard · Übersicht, Lager, Bestellungen in einer Oberfläche
shop.yilmaz-souvenirs.at · Checkout
Zahlung
Alpen-Miniatur€24,90
Wien-Edition€38,00
Versand · DACH€6,90
Gesamt€69,80
Mit Karte bezahlen
via Stripe · SEPA / Visa / Klarna
Mobile Checkout · 3-Klick-Kasse, Stripe Express Checkout, kein Account-Zwang
— Die Ergebnisse

14 Monate nach Launch.

Zahlen, die wir gemeinsam mit dem Kunden messen — aus Stripe-Daten, UptimeRobot und dem Admin-Dashboard. Keine Hochrechnungen, keine „circa".

+187 %

Umsatzwachstum

Gesamtumsatz Jahr 1 nach Launch im Vergleich zum Jahr davor (Laden-Verkauf + Online kombiniert).

Basis: Stripe + POS-Export
99,98 %

Uptime

Durchschnitt über 14 Monate, extern gemessen. Ein einziger 17-Minuten-Ausfall wegen Hosting-Wartung.

Basis: UptimeRobot 5-Min-Checks
0

Doppelverkäufe

Keine einzige Reklamation wegen Oversell seit Launch. Stock-Hold-Logik + Reservierung funktionieren wie geplant.

Basis: Kundenservice-Log
2,3 s

LCP median

Largest Contentful Paint auf Mobile im 28-Tage-Median. Ziel war < 2,5 s. Inklusive produktbilder-schwere Kategorieseiten.

Basis: Vercel Speed Insights

„Ich wollte einen Shop, keinen ‚digitalen Transformations­prozess'. Buckberry hat das von Tag eins verstanden, war in meinem Laden, hat mir das Admin in einer Sprache erklärt, die ich sofort verstanden habe — und hat mir das Ganze in elf Wochen hingestellt, ohne dass ich etwas Excel-artiges anfassen musste. Heute pflege ich den Shop selber. Im ersten Jahr hat er sich dreifach bezahlt gemacht."

Ayşe Yilmaz
Inhaberin · Yilmaz Souvenirs, Bad Ischl
— Eingesetzte Technologie

Entscheidungen, kein Hype.

Jede Technologie mit einem Satz Begründung. Wenn ein Tool nichts besser macht, haben wir's nicht genommen — auch wenn es gerade trendet.

Frontend

Next.js 15

SSG für Katalogseiten, SSR für Checkout. LCP < 2,5 s auch bei vielen Produktbildern.

Backend

Spring Boot 3 · Java 17

Domain-Logic in Java, weil Transaktionen, Validierung und Testing hier am robustesten sind.

Datenbank

PostgreSQL 16

SELECT FOR UPDATE für Lager-Reservierungen. Kein NoSQL — Konsistenz schlägt Flexibilität.

Payments

Stripe

SEPA, Karte, Klarna in einem Flow. Webhook-Idempotency. PCI-Umfang minimiert, Card-Data geht nie übers Backend.

Hosting

Vercel + Hetzner Wien

Frontend CDN-Edge, Backend + DB in Wiener Rechenzentrum — DSGVO-sauber, niedrige Latenz.

CI / CD

GitHub Actions

Automatisierter Build, Testing und Deploy auf Staging. Prod-Deploy nach manueller Freigabe.

Monitoring

Sentry + UptimeRobot

Fehler landen innerhalb von 60 s in unserem Slack-Channel. Uptime wird extern verifiziert.

i18n

next-intl

DE / EN / TR mit SEO-Hreflang. Übersetzungen vom Kunden selbst pflegbar — ohne Code-Deploy.

— Was wir gelernt haben

Drei Dinge, die wir mitnehmen.

Ehrliche Rückschau — nicht die „alles war perfekt"-Erzählung. Jedes Projekt lässt uns klüger aus dem Gespräch gehen.

01

Zeit vor Ort schlägt zehn Zoom-Calls.

Zwei Tage im Laden haben uns mehr gezeigt als jeder Workshop hätte können. Seitdem bieten wir Discovery nur noch vor Ort an — für regionale Kunden ohne Aufpreis.

02

Admin-UX vor Shop-UX.

Wir haben zuerst das Admin-Panel gebaut und getestet, dann erst den Shop. So konnte die Inhaberin während des Builds Produkte pflegen — und wir hatten echte Daten, keine Lorem-Ipsum.

03

Mehrsprachig von Tag eins, nicht „Phase 2".

Die türkische Sprachversion wurde oft als „später" abgetan. Bei Yilmaz war sie Tag-eins-kritisch. Ergebnis: 28 % der Bestellungen kommen heute in TR. Hätten wir's vertagt, wäre dieser Umsatz nie entstanden.

— Ihr Projekt?

Klingt nach Ihrer Geschichte?

Jede Fallstudie beginnt mit einem 30-Minuten-Gespräch — ohne Verkaufs­druck, ohne Discovery-Rechnung. Wir sagen Ihnen ehrlich, ob wir der Richtige sind.